Trampolin und Freestyle Club Graz

Diese Seite enthält eine Zusammenfassung der Regeln für Trampolinspringen. Als Grundlage dienen die internationalen Wertungsvorschriften 2009 der Fédération Internationale de Gynastique (FIG), die von der Homepage der FIG herunter geladen werden kann: http://www.fig-gymnastics.com/.

Da die Sportarten Tumbling und Doppelminitramp, die auch in diesen Wertungsvorschriften inkludiert sind, in Österreich nicht wettkampfmäßig betrieben werden, werden sie hier auch nicht näher beschrieben. Vom Technischen Komitee des österreichischen Fachverbandes für Turnen sind einige Zusatzregeln erstellt worden, die bei nationalen Wettkämpfen in Österreich gültig sind.

Jeder Wettkampf besteht aus einem Vorkampf und einem Finale der besten acht Athleten des Vorkampfes (Siehe Sonderregeln Österreich). Im Vorkampf werden von jedem Athleten zwei Übungen gezeigt: Eine Pflichtübung bzw. eine Übung mit besonderen Anforderungen und eine Kürübung. Im Finale wird noch eine Kürübung gezeigt. Sowohl Pflicht- als auch Kürübungen bestehen aus je zehn Sprüngen, die ohne Pausen und Zwischensprünge hintereinander absolviert werden müssen. Die Anforderungen der Pflichtübung werden in der Wettkampfausschreibung bekannt gegeben, die Sprünge der Kürübung kann sich jeder Athlet beliebig zusammenstellen.

Im Wettkampf wird jede Übung von fünf Haltungskampfrichtern und zwei Schwierigkeitskampfrichtern bewertet. Die Haltungskampfrichter benoten die Ausführung, die höchstmögliche Haltungsnote beträgt 10,00 Punkte. Pro Sprung können maximal 0,5 Punkte für mangelnde Körperhaltung und Sprungbeherrschung abgezogen werden. Die gesamte Übung muss ohne Unterbrechung geturnt werden. Kann ein Athlet die zehn Sprünge der Übung nicht durchturnen, weil er z.B. stürzt, auf den Sicherheitsmatten landet bzw. diese auch nur berührt, so kommt es zu einem Übungsabbruch. Hierbei wird nur die Anzahl der Sprünge bewertet, die vor dem Übungsabbruch gezeigt wurden, und die maximale Haltungsnote wird vom Wettkampfleiter herabgesetzt: Sie entspricht der Anzahl der Sprünge, das bedeutet, dass z.B. die maximale Haltungsnote für eine Übung mit nur sechs Sprüngen 6,0 Punkte beträgt.

Die Schwierigkeitskampfrichter bewerten den Schwierigkeitswert jeder Übung. Hierbei wird die Anzahl der Saltorotationen (Drehungen um die Körperquerachse) sowie der Schraubenrotationen (Längsachse) gewertet. Eine viertel Drehung um die Querachse ist 0,1 Punkte wert, eine halbe Drehung um die Längsachse bringt ebenfalls 0,1 Punkte Schwierigkeit.

Wenn in einem Sprung mindestens 360 Grad Saltorotation gezeigt werden, erhält der Springer dafür weitere 0,1 Punkte. Für mindestens 720 Grad erneut 0,1, für 1080 Grad weitere 0,2 und für 1440 Grad erneut 0,2 Punkte.

Wird ein Sprung in gebückter bzw. gestreckter Position gesprungen, so erhält der Athlet außerdem einen Bonus von 0,1 Punkten pro fertigen Salto. Ausgenommen von dieser Regelung sind Einfachsaltos mit Schrauben.

All diese Punkte werden addiert und ergeben den Schwierigkeitswert der Übung. Ein Sprung ohne Schrauben- oder Saltorotation darf zwar gesprungen werden, hat jedoch keinen Schwierigkeitswert. In den Tabellen der Pflichtübungen sowie der Abkürzungen von Sprüngen sind die Schwierigkeitswerte der einzelnen Sprünge sowie dergesamten Übungen angegeben.

Die Gesamtnote jeder Übung setzt sich folgendermaßen zusammen: Von den fünf Haltungsnoten werden die höchste und niedrigste gestrichen, die verbleibenden drei werden addiert und kommen in die Wertung. Die beiden Schwierigkeitskampfrichter berechnen gemeinsam die Schwierigkeitsnote, die zu den drei Haltungsnoten addiert wird. Die Gesamtnote setzt sich somit aus drei Haltungsnoten und einer Schwierigkeitsnote zusammen. Man sieht, dass die Haltung stärker bewertet wird als die Schwierigkeit, wodurch jeder Athlet sein optimales Verhältnis zwischen "schönen leichten" und "schwierigen" Sprünge finden muss, um maximal zu punkten.

Bei der ersten Übung des Vorkampfes, der Pflichtübung, wird lediglich die Haltung bewertet. Es gibt hier keinen Schwierigkeitswert. Eine Ausnahme stellt die Pflicht für internationale Bewerbe der Allgemeinen Klasse dar (FIG A), die seit Anfang 2005 gültig ist: Hier gibt es einen Schwierigkeitswert, allerdings nur für zwei Sprünge der Übung und nicht für alle zehn. Jede Pflichtübung muss vor Wettkampfbeginn auf der Wettkampfkarte eingetragen werden. Die Übung muss im Wettkampf genau in der Reihenfolge geturnt werden, in der sie in der Karte eingetragen ist.

In Österreich gibt es nationale Pflichtübungen L0-L10. Hier gibt es auch die Sonderregel, dass der Athlet in der Pflicht Schwierigkeitspunkte erhält - allerdings nicht abhängig von den gezeigten Schrauben- und Salto-Drehungen, sondern nur eine für jede Übung vorgegebenen Wert, der weit geringer ist (z.B. 0,1 für eine L1 oder 0,4 für eine L4).

Nach dem Vorkampf (der Pflicht- und der ersten Kürübung) werden die Noten der beiden Übungen addiert, und die besten acht Athleten pro Klasse kommen ins Finale. Die Note für die Finalkür wird schließlich zu den Noten des Vorkampfes dazugezählt, wodurch sich die Gesamtpunktezahl für den Wettkampf ergibt. Sieger ist der Athlet mit der höchsten Gesamtpunktezahl nach dem Finale. Lediglich bei offiziellen FIG-Bewerben wie Olympische Spielen, Weltmeisterschaften, Welt Cups etc. beginnt das Finale bei 0.0 Punkten, und Sieger ist der Athlet mit der höchsten Punktezahl im Finale.

Neben Einzelwettkämpfen gibt es auch Synchronbewerbe. Hier springen zwei Athleten gleichzeitig auf zwei parallel zueinander aufgestellten Trampolinen. Sie müssen die gleichen Sprünge zur gleichen Zeit zeigen. Bei einer schön geturnten Synchronübung hat man oft den Eindruck, dass ein Athlet vor einem Spiegel springt. Synchronbewerbe werden grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip ausgetragen wie Einzelwettkämpfe, allerdings fließt in die Gesamtnote noch die Bewertung der Synchronität mit ein. Die Synchronkampfrichter benoten, ob die beiden Athleten nach jedem Sprung gleichzeitig im Tuch landen. Die Gesamtnote setzt sich zusammen aus zwei Haltungsnoten (im Gegensatz zu drei bei einem Einzelwettkampf), einer Schwierigkeitsnote und zwei Synchronnoten.

Abzüge für Haltungsfehler pro Sprung (Mangel an Form, Konsistenz der Höhe und Kontrolle bei jedem Element) 0,1 bis 0,5 
Unsicherheit bei oder nach dem letzten Element (Kein Stillstehen in aufrechter Position für ungefähr drei Sekunden) 0,1 bis 0,2

Abzüge auf Anweisung des Wettkampfleiters nach dem letzten Sprung

Berühren des Tuches mit einer oder beiden Händen 0,5
Berühren des Tuches mit den Knien oder Händen und Knie, Fallen in den Sitz, Bauch oder Rücken 0,5
Berühren oder Betreten der Federn, der Abdeckung, des Rahmen oder der Sicherheitsmatten 0,5
Landen oder Fallen außerhalb des Tuches 1,0
Sprechen oder Zeichengeben jeder Art an den Athleten durch die eigene Sicherheitsstellung oder den Trainer wahrend der Übung jeweils 0,3
Dazwischen liegende Strecksprünge während einer Übung Übungsabbruch
Zusätzliche Elemente (mehr als zehn pro Übung) 1,0
Abweichen von den auf der Wettkampfkarte angeführten Elementen bei der ersten Übung des Vorkampfes 0,2
Fehlen von geforderten Elementen bei der ersten Übung des Vorkampfes 1,0
Wiederholen eines Elementes bei der ersten Übung des Vorkampfes 1,0
Überschreiten des Zeitlimits (der Athlet muss innerhalb einer Minute nach dem Zeichen des Wettkampfleiter mit der Übung beginnen)
ab 1:01 Minuten 0,1
ab 1:31 Minuten 0,2
ab 2:01 Minuten 0,3

Wiederholung von gleichen Übungsteilen

Ein Durchgang wird als abgebrochen gewertet, wenn der Athlet: